Brustkrebs - Der auffällige Befund
Jede Frau reagiert alarmiert, wenn bei der Tastuntersuchung oder in der Mammographie etwas „Verdächtiges“ gefunden wird – ein Knoten in der Brust oder eine Gewebeveränderung, die im Röntgenbild sichtbar wird. Doch zunächst besteht absolut kein Grund zur Panik. In den meisten Fällen kann nach einigen Zusatzuntersuchungen Entwarnung gegeben werden, weil die Veränderungen gutartig sind.
Gutartige Tumoren
Aber auch Knoten, die sich nicht mit dem Zyklus verändern, sind sehr häufig gutartig. Sie können aus Fett-, Drüsen- oder Bindegewebszellen entstehen:
- Lipome sind gutartige Fettgeschwülste.
- Fibroadenome sind gutartige Knoten aus Drüsen- und Bindegewebe.
- Flüssigkeitsgefüllte Zysten kommen häufig vor. Meist kann schon mit einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden, dass die Veränderung gutartig ist.
- Auch die fibrozystische Mastopathie ist weit verbreitet. Dabei finden sich in der Brust mehrere Knoten und Zysten. Der Busen ist insgesamt stellenweise hart und knotig. Manchmal ist es dann schwierig, durch Tasten oder mit einer Mammografie ein Karzinom auszuschließen. Häufig bringt erst eine Biopsie (Gewebsentnahme) endgültige Klarheit.
- Papillome sind Wucherungen im Milchgang und fallen meist durch einseitige Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze auf. Primär gutartig, können fünf bis zehn Prozent von ihnen jedoch auch bösartig entarten.
Mikrokalk: gut- oder bösartig
Ein Befund bei der Durchführung einer Mammographie kann so genannter Mikrokalk sein. Eine solche Diagnose klingt zunächst bedrohlich, doch nur in 20 Prozent der Fälle weisen die Kalkeinlagerungen tatsächlich auf ein Karzinom hin. Die Anordnung und Größe der Kalkpartikel geben einem erfahrenen Radiologen häufig Hinweise, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind. Mitunter muss aber doch eine Biopsie durchgeführt werden, um ganz sicherzugehen.
Vorstufen von Brustkrebs
Mammographie
Mammographie – das ist die Röntgenuntersuchung der Brust. Sie ist die derzeit beste Methode, um auffällige Symptome wie ertastete Knoten, Hautveränderungen an der Brust oder Absonderungen aus der Brustwarze abzuklären. Sie wird aber auch ohne vorliegende Befunde als Früherkennungs-Untersuchung genutzt. So können sehr kleine, noch nicht tastbare Knötchen oder sogenannter Mikrokalk – oft ein Vorstadium von Brustkrebs – erkannt werden.
Ablauf und Technik
Für die Mammographie stehen zwei Techniken zur Verfügung:
- Bei der analogen Variante wird eine "klassische" Röntgenaufnahme gemacht, bei der das Bild eine Filmfolie belichtet. Dieses konventionelle Verfahren wurde in den letzten Jahren fortwährend weiterentwickelt und hat einen hohen Standard erreicht.
- Die digitale Mammographie ist ein vergleichsweise junges Verfahren. Dabei werden die Aufnahmen elektronisch im Computer gespeichert und können auf dem Bildschirm betrachtet, bei Bedarf vergrößert und nachbearbeitet werden.
Zeitpunkt der Untersuchung
Aussagekraft von Mammographien
Wie sicher ein Arzt die Röntgenaufnahmen der Brust auswerten kann, hängt unter anderem von der Dichte des Gewebes ab. Gerade bei jüngeren Frauen und denjenigen, die hormonhaltige Medikamente einnehmen, ist darum die Röntgenaufnahme oftmals wenig aussagekräftig. Es gibt aber auch Frauen, die von Natur aus eine hohe Brustdichte haben.
© Deutsche Krebsgesellschaft 2009
© Deutsche Krebsgesellschaft 2009
Weitere Diagnoseverfahren in der Übersicht
Ultraschalluntersuchung
Ergänzendes bildgebendes Verfahren (Sonographie) zur Brustkrebs-Früherkennung bzw. zur Beurteilung von Knoten in der Brust.
Biopsie
Gewebeprobe, bei der mit einer Nadel Flüssigkeit oder Gewebe entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird.
MRT
Die Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Aufnahmen des Brustgewebes liefert. Sie verzichtet dabei auf Röntgenstrahlung. Dennoch kann sie die Mammografie nicht ersetzen, stellt aber ein wichtiges Zusatzverfahren in der Brustkrebs-Diagnostik dar.
Skelettszintigrafie / Computertomografie
Bildgebende Verfahren, mit denen die Bildung von Metastasen nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden können.
Literatur und Links
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