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Netzwerk für Männer mit Brustkrebs

Das Mammakarzinom des Mannes stellt mit einer geschätzten europaweiten Prävalenz von 1 auf 100.000 eine seltene Tumorerkrankung dar. In Deutschland sind jährlich etwa 500 Männer betroffen.

04.06.2010 | Weiterlesen …

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18.03.2010 | Weiterlesen …

Netzwerk für Männer mit Brustkrebs

04.06.2010

Das Mammakarzinom des Mannes stellt mit einer geschätzten europaweiten Prävalenz von 1 auf 100.000 eine seltene Tumorerkrankung dar. In Deutschland sind jährlich etwa 500 Männer betroffen. Neue Forschungsergebnisse aus den USA deuten eine signifikante Zunahme der Inzidenz an.


Prinzipiell sind die Heilungschancen des virilen Mammakarzinoms nicht schlechter als bei Frauen. Die vielfältigen Möglichkeiten der Be-handlung - Operation, Bestrahlung, antihormonelle Medikamente und Chemotherapie – kommen auch bei von Brustkrebs betroffenen Männern erfolgreich zum Einsatz. Rechtzeitig erkannt ist die Prognose genauso gut wie bei Frauen. Und doch sind die Mortalitätsraten bei Männern in den vergangenen 25 Jahren im Gegensatz zu denen bei Frauen nicht gesunken.


Ein Grund dafür könnte die Tatsache sein, dass der Brustkrebs bei Männern generell nicht rechtzeitig erkannt wird. Anders als beim Mammakar-zinom der Frau hat die Mehrzahl der Tumoren bei Männern bei Diagnosestellung bereits einen Durchmesser von mehr als zwei Zentimetern. Bei 60 Prozent der Patienten liegt zudem bereits ein axillärer Lymphknotenbefall vor.


Dass die Diagnose bei Männern häufig erst im fortgeschrittenen Stadium und dann mit entsprechend geringen Heilungschancen festgestellt wird, dürfte mehrere Ursachen haben:


•    Für Männer gibt es kein Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.
•    Erste Anzeichen eines Knotens werden von den betroffenen Männern oft aus Scham ignoriert und von Ärzten aus Unwissenheit nicht beachtet.
•    Die zuständigen Fachärzte (in der Regel Gynäkologen) sind keine Ansprechpartner für Männer.


Ist die Diagnose dann gestellt, stehen Männer mit deutlich mehr Problemen da als Frauen. Die wenigsten wissen, dass sie - wie Frauen - in Brustzentren behandelt werden sollten. Und auch viele Ärzte sind sich dessen nicht bewusst. Das Disease-Management-Programm Brustkrebs sieht eine Einschreibung von Männern und damit ihre sektorenübergreifende Betreuung nicht vor. Zudem stoßen männliche Brustkrebspatienten bei der Suche nach Informationen zu ihrer Erkrankung und auch nach anderen Betroffenen schnell an Grenzen.


Mit der Seltenheit des virilen Mammakarzinoms ist eine relativ schlechte einheitliche Datenlage zu Diagnostik und Therapie verbunden. Der Wissensstand bezieht sich, wie das bei seltenen Erkrankungen häufig der Fall ist, im Wesentlichen auf retrospektive Erhebungen und Studien mit sehr geringer Fallzahl. Daran scheitert zurzeit die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Konzepte zum Management der Erkrankung beim Mann. Diagnostik und Therapie basieren generell noch auf Erkenntnissen, die durch die Erforschung des Mammakarzinoms der Frau generiert wurden. Es gibt jedoch relevante Unterschiede im biologischen Verhalten der Tumore, die bei der Betreuung von Männern zu berücksichtigen sind.


Um an Brustkrebs erkrankte Männer in dem Bemühen und der Notwendigkeit zu unterstützen, mit ihrer Erkrankung ernster genommen und akzeptiert zu werden, bietet die Frauenselbsthilfe im Rahmen ihrer diesjährigen Bundestagung (27. bis 29. August 2010 im Hotel Maritim in Magdeburg) ein Parallelprogramm für Männer an, die an Brustkrebs erkrankt sind oder waren. Nach einem Fachvortrag gibt es für sie eine eigene Plattform zum persönlichen Austausch. Dort sollen unter anderem auch die Strukturen für den Aufbau eines Netzwerkes diskutiert werden.

 

Männer, die betroffen sind, können sich bereits jetzt bei der Frauenselbsthilfe nach Krebs mit ihren Daten registrieren lassen. Diese Daten werden anderen Betroffenen, Rat suchenden Männern (und nur denen!) zur Verfügung gestellt, um einen Austausch zu ermöglichen.

Kontakt:
Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V.
Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn
Tel.:0228/33889-400
kontakt@frauenselbsthilfe.de

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